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Der neue Tatort: Ein Leckerbissen für Freunde des Enneagramms

Sie ist herzlich, menschlich, geht gerne auf andere zu. Er bekommt die Zähne nicht auseinander, beobachtet am liebsten – ist ein Meister analytischen Denkens: So sind die Kommissare im neuen Sonntags-Abend-Krimi der ARD gestrickt. Die Rede ist vom Tatort a lá Frankfurt. Für Freunde des Enneagramms ist bereits die erste Folge („Eine bessere Welt“) ein echter Leckerbissen. Denn Kommissarin Conny Mey, gespielt von Nina Kunzendorf, ist eine E-II, wie sie im Buche steht: der Typ Mutter Theresa, der überall beliebt ist und für den schon zehn Minuten Straßenbahn-Fahrt genügen, um mindestens zwei neue Freundschaften zu schließen. Kommissar Frank Steier dagegen, gespielt von Joachim Król, ist die typische E V, für die Leben vorwiegend im Kopf stattfindet und für die jegliche Nähe ein Graus ist. Gleich in der ersten (gemeinsamen) Szene beginnen die Konfrontationen und Irritationen. Die E V (Motto: My home is my castle – hier hat niemand etwas zu suchen) sitzt am Abend in ihren abgedunkelten vier (Büro-) Wänden, und lauscht den Klängen einer Nachkriegs-Bigband. Da platzt die E-II rein, macht das Licht an und zerstört mit wenigen „Übergriffen“ das traute Allein-Zusammen-Sein der E-V mit sich selbst. Wer weiß, wovon ich rede, dem werden viele Szenen aus dem hervorragend inszensierten Krimi einfallen.
Die manchmal tapsige Herzlichkeit („tschüühüüüss“) von Sexy-Conny und die bärbeissige Grundmelodie („Sie müssen mit mir nicht plaudern“) von Grummel-Frank versprechen noch viele interessante „Tatorte“. Frankfurt als Stadt bleibt dabei zumindest in der ersten Folge blass. Das Maintown, in dem (auch) ich lebe, ist eben nicht auf Anhieb sympathisch (so wie die E II), sondern eher eine spröde E V …

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