Schlagwort-Archive: Politik

Stress-Test – ein Wort macht Karriere

Irlands Banken brauchen 24 Milliarden mehr, schreiben die Zeitungen heute. Das sei das Ergebnis des mit Spannung erwarteten Stresstests. Die Bundesregierung, so ist wenige Lettern weiter zu lesen, plant einen Stresstest für Atomkraftwerke. Dessen Ergebnisse dürften ebenso auf der Hand liegen wie die eines potentiellen Politik-Stresstests. Dank Klientel-Politik, Finanzkrise, Fukushima und Libyen haben immer mehr Bürger die Nase voll – von den Herrschenden und ihren Lakaien. Doch genug schwadroniert! Es gibt auch Positives zu berichten. Denn um eines müssen wir uns 2011 garantiert nicht mehr sorgen:  um das Wort des Jahres. Das steht schon heute fest: Stresstest

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Aftermath – oder: Ich liebe die „german angst“

Hand aufs Herz: In Zeiten von „just in time“, „multitasking“ und „24/7“ ist die „german angst“ nicht nur eine nationale Attitüde, sondern hat alle Chancen zum „Not-Wendigen“, zum globalen Korrektiv. Wem das zu großkalibrig erscheint, der mag in sein Kalkül gerne noch Finanzkrise, Nahrungsmittelskandale und globale Erwärmung mit einbeziehen.
Wie in jeder Rechnung, so gibt es auch in dieser eine Unbekannte: Der derzeitigen Sensibilität könnte – salopp gesagt und politisch absolut inkorrekt – die Halbwertszeit eines Tsunamis beschieden sein. Denn möglicherweise wird morgen eine andere Sau durchs globale Mediendorf getrieben.
Doch: Wie viele Schreckensbilder braucht die Menschheit noch, um umzudenken? Kann die Betroffenheit diesmal von Dauer sein? Ist sie in der Lage, zu dem von vielen als dringlich empfundenen Parameterwechsel beizutragen?
Was mich betrifft, so liebe ich jedenfalls mittlerweile die „german angst“.

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Stuttgart 21, Schlichtung, Teil 1

Habe die Diskussion um Stuttgart 21 heute ca. drei Stunden lang im ZDF verfolgt und war fasziniert von dieser neuen Form des Diskurses. Hier war einmal nicht der kurze Schlagabtausch in einer Talkrunde gefragt, sondern ein Langstreckenlauf, in dem es mit Floskeln nicht getan war. Da ging es um „Butter bei die Fische“. Und wer glaubte, sich hinter Fachchinesisch verstecken zu können, wurde vom alten Polithaudegen Geissler immer wieder in die Schranken verwiesen und gebeten, Klartext zu reden. Das war genial und ein Meilenstein in einer neuen Form der medienvermittelten Demokratie. Das gekünstelte Lächeln von Bahnvorstand Kefer erstarb immer mehr, sein netter Ton verlor zum Schluss jegliche Modulation und die überhebliche Maske von La-Umwelt-Mi Gönner schmolz zunehmend dahin. Köstlich!

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Die Köpfe werden rollen …

Schlecht wird die Ernte in Deutschland, die Preise werden steigen, sagt Ilse Aigner in diesen Tagen. „Außerdem“, so stern.de, „hat Aigner noch die These aufgestellt, dass Nahrung allein schon deswegen teurer werden sollte, dass wir sie mehr wertschätzen“. Mich erinnert diese Ignoranz gegenüber den Lebensumständen nicht geringer Teile der Bevölkerung ein wenig an das Marie Antoinette zugeschriebene Zitat „Sollen Sie doch Kuchen essen, wenn Sie kein Brot haben“. Man weiß, wie es der Königin schließlich erging. Spätestens bei der nächsten Wahl wird Frau Aigner wohl samt Merkel und Westerwelle ein ähnliches Schicksal ereilen.

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