Schlagwort-Archive: Wettbewerbsfähigkeit

Sommertheater: Nur an der Spitze des Eisbergs geleckt und schon die Zunge verbrannt

Es ist immer wieder dasselbe: Was sachlich richtig wäre, findet politisch kaum Zustimmung. So auch im aktuellen Sommertheater. Die Hauptrollen in dem Stück „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ werden derzeit von BuMi Rainer Brüderle und seiner Chefin Angela Merkel gegeben. Obwohl Brüderles Idee, hochqualifizierte Zuwanderer mit einem Begrüßungsgeld ins Land zu locken, nur an der Oberfläche des demographischen Eisbergs kratzt und in den Augen der Experten allenfalls als Marginalie taugt, lässt sie den deutschen Volkszorn hochkochen – wie die zahlreichen Kommentare bei tagesschau.de & Co. und weniger renommierten Medien mal wieder eindrucksvoll belegen. Tenor: „Jawoll! Erstmal brauchen die Deutschen einen Job. Gibt es keine guten Leute hierzulande?“ Und so weiter und so fort …

Worum geht es in der Sache? Nun: Während unsere gut ausgebildeten, hochmotivierten und anspruchsvollen Wissensarbeiter aus vielerlei Gründen ins Ausland abwandern, „importieren“ wir in großem Stil – aus politischen, in unserer Vergangenheit liegenden Gründen – vorwiegend „bildungsferne“ Immigranten statt High Potentials.
Dazu Professor Klaus J. Bade von der Uni Osnabrück in tagesschau.de vom 3.7. 2006: „Es ist geradezu peinigend absurd: Deutsche Spitzenkräfte wandern zunehmend ab und ausländische Spitzenkräfte machen immer deutlicher einen Bogen um dieses Land.“
Wir haben damit im internationalen Wettbewerb um die „Besten der Besten“ das Nachsehen. In Ottawa und Sydney witzelt man bereits über uns und rät abgelehnten Bewerbern, es doch einmal in Deutschland zu versuchen. Dazu Gunnar Heinsohn, Bevölkerungs-ForscherUni Bremen in einem Autorenbeitrag für Cicero, Juni 2007:
„ Wer …nun im Westen seine Menschenrechte auf Grundeinkommen und Kinderreichtum bezahlt haben will, hört in Canberra oder Ottawa den Tipp … es doch … in Deutschland oder Frankreich zu versuchen. Dort haben –im Januar 2007 auch für die Zukunft fixiert –Diskriminierte, nachziehende Familienangehörige und halblegal im Land schon Lebende Vorrang. Erst an vierter Stelle geht es um Tauglichkeit für den Arbeitsmarkt. Deshalb sind unter Einwanderern nach Frankreich und Deutschland nur zehn Prozent qualifiziert, von den Neubürgern Australiens und Kanadas aber 80 beziehungsweise 95 Prozent.“
Nun zu den Einwänden: Natürlich ist es richtig, zu sagen, wir sollten doch die im Land befindlichen Potentiale nutzen. Aber es ist falsch zu sagen, wir sollten das Eine anstatt des Anderen tun. Wir müssen Beides tun, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Übrigen: Nicht mal den Job hierzulande machen wir richtig. Zumindest sind die Ergebnisse unserer Bildungsbemühungen mehr als bescheiden, Fakt ist:
In Großstädten ist jedes fünfte Kind nicht reif für Schule. In sozial schwachen Gebieten sprechen Vierjährige zu 95 Prozent kein oder schlechtes Deutsch. Knapp zehn Prozent verlassen die Schule jedes Jahr ohne Abschluss! Jedes Jahr sind 400.000 junge Menschen am Ende ihrer Schulzeit nicht in der Lage, richtig zu lesen, zu schreiben und zu rechnen. Jeder fünfte Schulabgänger ist den Anforderungen von Lehre und Schule nicht gewachsen. „Unter Migrantenkindern ist der Anteil derer, die keinen Abschluss schaffen, doppelt so hoch wie unter deutschen Schülern. Z.B. 56 Prozent der türkischen Migranten haben keinen Berufsabschluss (Bert Rürup, 2005).
Noch Fragen? Gerne. HG Hinz, http://www.main-freelancer.de

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized